Praktisch Theoretisch

[Außer der Reihe #A5] Im Archiv - die praktische Arbeit in der Geschichtswissenschaft

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Thekla Kluttig
by Thekla Kluttig on
Sehr schöner Beitrag, der hoffentlich vielen Studierenden Lust auf das Forschen im Archiv macht! Bin selbst Archivarin in einem Staatsarchiv mit vielen Kontakten zu Nutzerinnen und Nutzern und hätte noch folgende Tips: - erster Schritt: überlegen, welches Archiv Unterlagen zum Forschungsthema haben könnte und sich auf der Website vororientieren (gibt es Online-Findbücher, Digitalisate, wie sind die Öffnungszeiten...?) - dabei Achtung: es gibt immer noch Archive, die nicht oder nur schwer im Internet zu finden sind - leider - im Archiv anrufen kann man natürlich auch, aus archivischer Sicht praktischer (denn auch die Archivarin / der Archivar muss ggf. rechercherieren, bevor sie/er eine gute Auskunft geben kann) ist aber eine rechtzeitige E-Mail zur Vorplanung eines Archivbesuchs (Freitagabend vor Montagmorgen ist NICHT rechtzeitig...). - in der E-Mail das Forschungsinteresse darlegen und nach Hinweisen zur Überlieferungslage fragen (im Idealfall natürlich so, dass deutlich wird, dass man die Informationen im Internet schon zur Kenntnis genommen hat). Das Archivpersonal wird nicht in Akten recherchieren können, aber ein gutes Archiv (jedenfalls meine Definition eines guten Archivs ;-) wird Hinweise auf einschlägige Bestände und Findmittel oder Lücken in der Überlieferung geben Im Archiv dann (Kurzfassung): - immer die Quelle notieren (für späteres Zitieren unerlässlich), auch bei Archivalien, in denen man NICHTS gefunden hat (dann das notieren, ein halbes Jahr später schaut man sonst wieder rein..) - wenn gescannt oder fotografiert wird: als erstes jeweils etwas aufnehmen, das deutlich werden lässt, zu welchem Archivale es Repros sind, also Deckblatt mit Signaturangaben o. ä.; sonst weiß man später nicht mehr, welche Repros zu welchen Archivalien gehören (Zitierung...) - wenn man in "handschriftlichen" Zeiten forscht (mal grob alles vor dem 1. Weltkrieg), vorab Kurrentschrift üben, da gibt es gute Online-Angebote wie z. B. adFontes aus Zürich - und völlig zur Recht heißt es im Podcast: reinlesen / lesen / einen Überblick über die unterschiedlichen Quellen gewinnen und (erst dann) bewusst Repros erstellen - die Geduld nicht zu schnell verlieren: In Archiven arbeiten ist wie im Bergwerk arbeiten: viel Geröll und manchmal eine Erzader. Was Geröll und was Erz ist, hängt von der Forschungsfrage ab. Einfach trauen mit einer Hausarbeit, für die man ein paar Akten einsieht - das übt und nimmt die Archivangst. P.S. zu dem Eid in der Bodleian Library (weils so schön ist): "I hereby undertake not to remove from the Library, nor to mark, deface, or injure in any way, any volume, document or other object belonging to it or in its custody; not to bring into the Library, or kindle therein, any fire or flame, and not to smoke in the Library; and I promise to obey all rules of the Library." via https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/alte-musik/stichwort-bodleian-library-102.html

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